Aufzug Verkleidung erneuern: Materialien und Brandschutz

Beim Erneuern der Aufzug Verkleidung geht es nicht nur um Ästhetik. Die Wahl der Materialien und die Einhaltung von Brandschutz‑klassen bestimmen Sicherheit, Langlebigkeit und Design. Dieser Ratgeber erläutert die wichtigsten Werkstoffe, normative Anforderungen, Planungsschritte und wie GEMTEC Projekte als Rundum‑Dienstleister unterstützt.
Warum Aufzug Verkleidung erneuern?
Aufzüge sind mehr als reine Transportmittel – sie vermitteln den ersten Eindruck eines Gebäudes, sollen Nutzern Sicherheit geben und müssen strengen gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Verkleidungen, die nach Jahrzehnten abgenutzt, beschädigt oder stilistisch veraltet sind, beeinträchtigen nicht nur das Erscheinungsbild, sondern können auch sicherheitstechnische Mängel aufweisen. Ein Austausch der Kabinenverkleidung ist daher häufig Teil einer Modernisierung.
Gleichzeitig legt die europäische Norm EN 13501‑1 strenge Vorgaben an das Brandverhalten von Baustoffen fest. Die Ausführung muss die Anforderungen der DIN EN 81‑20/50 für neue Aufzüge sowie nationale Bauordnungen erfüllen. Tragende und aussteifende Teile der Fahrkorbwände dürfen nur aus Materialien der Klasse A2 oder besser bestehen; nicht tragende Verkleidungen wie Wand‑, Boden‑ und Deckenbeläge dürfen in begrenztem Umfang auch Materialien der Klasse C enthalten – maximal 2,5 kg pro Quadratmeter Fahrkorbinnenfläche.
Dieser Artikel beleuchtet die verfügbaren Werkstoffe, normative Brandschutzanforderungen und physikalische Grundlagen der Kabinenkonstruktion. Er zeigt, wie sich moderne Fertigungstechniken von GEMTEC – vom Laserschneiden über Biegen und Schweißen bis zur Oberflächenveredelung – in einen effizienten Projektablauf integrieren lassen und gibt praktische Tipps für die Planung.

Normative Grundlagen und Brandschutzanforderungen
Reaktionsklassen nach EN 13501‑1
Die Europäische Norm EN 13501‑1 klassifiziert Baustoffe nach ihrem Brandverhalten.
- A1 und A2 – nicht brennbare Materialien oder solche mit minimaler Entflammbarkeit. Sie entwickeln kaum Rauch und keine brennenden Tropfen und werden in sicherheitskritischen Bereichen wie Fluchtwegen eingesetzt.
- B, C, D – begrenzt brennbare Produkte mit steigender Wärmefreisetzung. Klasse B weist eine niedrige Flammenausbreitung auf, während Klasse C und D stärkere Rauchentwicklung zulassen.
- E und F – hoch brennbare Materialien, die in Aufzugskabinen nicht zulässig sind.
Zusätzlich definiert die Norm Rauchklassen (s1 bis s3) sowie die Bildung brennender Tropfen (d0 bis d2). Für Aufzugskabinen dürfen nur Klassen bis s1 und d0 eingesetzt werden, da bei einem Brand möglichst wenig Rauch und keine brennenden Teile entstehen dürfen.
Besondere Anforderungen für Aufzüge
Die österreichische OIB‑Richtlinie 2 verlangt, dass bei Holzschächten die schachtinnenseitige Verkleidung aus Baustoffen der Klasse A2 bestehen muss. Für den Fahrkorb selbst gilt: Die tragenden und aussteifenden Teile müssen mindestens der Klasse A2 entsprechen; Wand‑, Boden‑ und Deckenbeläge sowie Lüftungs‑ und Beleuchtungsabdeckungen dürfen einen höheren Anteil an Baustoffen der Klasse C enthalten, allerdings nur bis zu 2,5 kg pro Quadratmeter.
Diese Begrenzungen stellen sicher, dass ein Feuer in der Kabine nicht durch leicht entflammbare Verkleidungsmaterialien angefacht wird und sich Rauchgase minimieren. Gerade bei Modernisierungen ist die Einhaltung dieser Gewichtslimits wichtig, weil zusätzliche Paneele sonst den zulässigen Anteil überschreiten könnten.
DIN EN 81‑20/50 und Bauordnungen
Die Normen DIN EN 81‑20 und DIN EN 81‑50 regeln die Konstruktion und Prüfung neuer Personen‑ und Lastenaufzüge. Sie fordern eine robuste Bauweise, höhere Beleuchtungsstärken im Fahrkorb sowie vergrößerte Schutzräume über und unter der Kabine. Diese Vorgaben beeinflussen die Abmessungen und Lastgrenzen von Verkleidungselementen. Bauordnungen wie die Musterbauordnung schreiben vor, dass Schachtwände als raumabschließende Bauteile ausgeführt werden müssen und bei brennbaren Baustoffen eine schachtseitige Bekleidung aus nicht brennbaren Materialien in ausreichender Dicke erhalten.
Brandschutzklassen und Gewichtslimits in der Praxis
In der Praxis bedeutet dies, dass hochwertige Metalle wie Edelstahl oder Aluminium in der Regel der Klasse A1/A2 angehören. Natursteinplatten oder Glaspaneele erreichen ebenfalls A‑Klassen, sofern der Verbund (z. B. mit Kleber) die Anforderungen erfüllt. Holzfurniere oder Hochdrucklaminate (HPL) zählen meist zur Klasse B oder C; sie dürfen daher nur in begrenztem Umfang eingesetzt werden und müssen rückseitig mit nicht brennbaren Trägerplatten kombiniert werden.
Planer und Einkäufer sollten deshalb frühzeitig prüfen, wie viel Quadratmeter Verkleidungsfläche erneuert werden und welches Flächengewicht die gewählten Materialien besitzen. Ein Materialmix – etwa Edelstahl als Grundplatte mit aufgebrachten HPL‑Zierpanelen – kann sowohl die Designvielfalt erhöhen als auch die Brandschutzvorgaben erfüllen. Zudem müssen Klebstoffe, Isolierungen und Dekorfolien ebenfalls entsprechend klassifiziert sein.
Materialien für die Kabinenverkleidung
Die Wahl des richtigen Materials beeinflusst die Sicherheit, Optik, Haptik, Akustik und Wartungsfreundlichkeit der Kabine. GEMTEC arbeitet mit unterschiedlichsten Werkstoffen wie Metall, Glas, Stein, Holz und Sonderblechen und stimmt das Konzept individuell mit den Kunden ab. Nachfolgend werden die wichtigsten Kategorien vorgestellt.
Edelstahl und andere Metalle
Metalloberflächen sind in Aufzügen beliebt, da sie extrem robust, hygienisch und pflegeleicht sind. Edelstähle der Sorten 1.4301 (AISI 304) oder 1.4404 (AISI 316L) bieten hohe Korrosionsbeständigkeit, sind unempfindlich gegenüber Reinigungsmitteln und erfüllen typischerweise die Brandklasse A1/A2. Verschiedene Oberflächenbehandlungen – gebürstet, poliert, bead blasted, geätzt oder PVD‑beschichtet – ermöglichen vielfältige Designs.
Bronze, Messing und Muntz verleihen der Kabine einen warmen, repräsentativen Charakter. Sie sind etwas weicher als Edelstahl und entwickeln eine natürliche Patina. Farbige Metalle, zum Beispiel schwarzes oder champagnerfarbenes Edelstahlblech, entstehen durch PVD‑Beschichtungen und sollten auf ihre Abriebfestigkeit geprüft werden. Für Bereiche mit hoher Beanspruchung empfiehlt sich ein zusätzlicher Stoßschutz in Form von Sockelleisten oder Stoßschutzpaneelen.
Glas und Spiegel
Vollverglaste Kabinen oder Wandpaneele mit rückseitig lackiertem oder strukturiertem Glas erzeugen ein großzügiges Raumgefühl und spiegeln Licht, wodurch die Kabine heller wirkt. Laminierte Sicherheitsgläser bestehen aus zwei oder mehr Glasscheiben mit einer reißfesten Folie; sie entsprechen den Brandklassen A1/A2 und erfüllen Sicherheitsanforderungen. Lichtdurchlässige Gläser können mit hinterleuchteten Motiven, Farbfolien oder bedruckten Dekoren versehen werden und erlauben eine individuelle Gestaltung. Spiegelnde oder halbtransparente Paneele eignen sich, um den Fahrkorb optisch zu vergrößern.
Naturstein, Keramik und Mineralwerkstoffe
Steinoberflächen verleihen der Kabine eine hochwertige, repräsentative Anmutung. Dünn geschnittene Natursteine wie Marmor, Granit oder Onyx werden mit leichten Trägerplatten verklebt; auch keramische Verbundplatten mit digital bedruckten Steinoptiken sind beliebt. Sie besitzen hohe Abriebfestigkeit und Wärmeleitfähigkeit, zählen zu den nicht brennbaren Baustoffen und eignen sich daher für Brandabschnittsbildung. Für Hintergrundbeleuchtung werden durchscheinende Onyxplatten eingesetzt. Aufgrund ihres Eigengewichts müssen Unterkonstruktionen ausreichend dimensioniert sein; Befestigungssysteme sollten vibrations- und schlagfest sein.
Holz, Holzverbund und Furniere
Holz schafft eine warme, wohnliche Atmosphäre. Bei der Kabinenverkleidung kommen meist Furnierplatten, MDF‑Platten mit Echtholzfurnier oder Sperrholz zum Einsatz. Damit diese Materialien die Brandschutzanforderungen erfüllen, werden schwer entflammbare Trägerplatten (z. B. Gipsfaserplatten der Klasse A2) eingesetzt und die Holzoberfläche mit flammhemmenden Lacken versehen. Die Oberfläche kann geölt, lackiert oder lasiert werden. Hochwertige Holzwerkstoffe wie Schichtstoff (HPL) kombinieren Holzdekor mit robustem Melaminharz.
Bei geringem Gewicht und geringer Wandstärke können Holzfurniere den Brandanteil von 2,5 kg/m² unterschreiten, wenn die Trägerplatte nicht brennbar ist. Es ist wichtig, dass Klebstoffe und Versiegelungen ebenfalls nach EN 13501‑1 geprüft sind.
Hochdrucklaminat (HPL) und Verbundwerkstoffe
Hochdrucklaminate bestehen aus mehreren Lagen Papier und Harz, die unter Druck und Hitze verpresst werden. HPL‑Paneele sind kratzfest, schlagzäh, resistent gegen Chemikalien und in vielen Farben, Holz‑ oder Steinimitaten verfügbar. Sie lassen sich leicht reinigen, sind für stark frequentierte Umgebungen geeignet und erweisen sich als vorteilhaft bei der Beleuchtung, da sie Licht diffus reflektieren und so eine angenehme Atmosphäre schaffen.
Je nach Aufbau erreichen sie die Klassen A2 oder B; in Kombination mit nicht brennbaren Trägerplatten können HPL‑Oberflächen die strengen Auflagen erfüllen. Es gibt auch spezielle antibakterielle und anti‑fingerprint‑Beschichtungen, die den Reinigungsaufwand reduzieren.
Sonderbleche, Naturleder und Sondermaterialien
Neben klassischen Metallen verarbeitet GEMTEC auch Sonderbleche wie Titan und Messing sowie Naturleder. Titanbleche sind extrem korrosionsbeständig und haben einen modernen Look; Messing strahlt Eleganz aus und entwickelt eine lebendige Patina. Naturleder wird oft in Form gepolsterter Paneele verwendet, um Komfort und Akustik zu verbessern. In Aufzügen kann Leder mit Klasse B‑s1,d0 in Kombination mit A2‑Trägerplatten eingesetzt werden.
Synthetische Leder oder textile Verbundmaterialien bieten ähnliche Vorteile, sind pflegeleicht und können schwer entflammbar ausgerüstet werden. Bei allen Sondermaterialien gilt: das Gesamtgewicht pro Quadratmeter und die Brandklassifizierung müssen den Vorgaben entsprechen.
Mechanische Grundlagen und Konstruktionsaspekte
Biege‑ und Zugspannungen in Verkleidungselementen
Verkleidungspaneele müssen nicht nur dekorativ sein, sondern auch mechanische Beanspruchungen aufnehmen. Insbesondere bei Verkleidungen aus Blech entsteht beim Kanten und Biegen ein komplexer Spannungszustand. Auf der Innenseite treten Druckspannungen, auf der Außenseite Zugspannungen auf.
Das Konzept der Neutralachse beschreibt die Faser im Material, die beim Biegen weder gestreckt noch gestaucht wird. Der Abstand dieser Neutralachse zur Innenseite wird durch den K‑Faktor beschrieben und hängt von Material, Biegeradius und Dicke ab. Typische K‑Faktoren liegen zwischen 0,3 und 0,5; ein K‑Faktor von 0,33 bedeutet, dass die Neutralachse sich bei einem Drittel der Blechdicke befindet.

Berechnung der Biegelänge
Für das präzise Abkanten von Paneelen wird der Biegezuschlag (Bend Allowance, BA) genutzt. Dieser ergibt sich aus dem Biegewinkel (Θ in Rad), dem Innenradius (R), der Materialdicke (t) und dem K‑Faktor:
BA=Θ×(R+K×t).\text{BA} = \Theta \times \left(R + K \times t\right).BA=Θ×(R+K×t).
Da theoretische Berechnungen nur Richtwerte liefern, empfehlen Biegebetriebe, Testbiegungen durchzuführen und den K‑Faktor empirisch zu bestimmen. Zu enge Biegeradien können zur Rissbildung oder zur Verringerung der Festigkeit führen; zu große Radien erhöhen den Materialbedarf.
Auch bei der Konstruktion von Türrahmen oder Handläufen in der Kabine ist das Verständnis dieser Grundlagen wichtig, um Passgenauigkeit und Belastbarkeit sicherzustellen.
Toleranzen für Zuschnitt und Montage
Bei der Fertigung der Paneele gelten allgemeine Toleranzen nach ISO 2768‑m. Für lineare Maße bis 3 mm sind ± 0,1 mm zulässig, bis 6 mm ± 0,1 mm und bis 30 mm ± 0,2 mm; bei größeren Längen erhöhen sich die Grenzabweichungen schrittweise. Für thermisch geschnittene Bleche beschreibt ISO 9013 vier Qualitätsbereiche; Klasse 1 garantiert eine Oberflächenrauheit Ra ≤ 3,2 µm und eine Winkeltoleranz von ± 0,05 mm, während Klasse 4 eine Rauheit bis 25 µm zulässt. In der Aufzugfertigung wird meist Klasse 2 oder 3 angestrebt, um ein gutes Preis‑Leistungs‑Verhältnis zu erzielen.
Von der Planung bis zur Montage: Der Projektablauf
Bedarfsanalyse und Konzeptentwicklung
Zu Beginn jedes Modernisierungsprojekts steht die Analyse der bestehenden Kabine. Hierzu gehören die Vermessung der Innenmaße, die Kontrolle der Tragfähigkeit des Fahrkorbs, die Prüfung der bestehenden Verkleidungsschichten sowie die Ermittlung der maximal zulässigen Gewichte. In enger Abstimmung mit Bauherr, Betreiber und Brandschutzsachverständigen werden Anforderungen definiert: gewünschte Materialien, Farbkonzept, Haptik, Beleuchtung, Integrierung von Informationsdisplays oder besonderen Ausstattungen wie Handläufen und Klappsitzen.
GEMTEC begleitet diese Phase mit 3D‑CAD‑Konstruktionen, fotorealistischer Visualisierung und Beratung zu Materialwahl und Brandschutz. Durch bereichsübergreifende Zusammenarbeit – Konstruktion, Fertigung, Einkauf und Montage – erhält der Kunde einen zentralen Ansprechpartner und kurze Entscheidungswege.
Fertigung: Laserschneiden, Biegen und Schweißen
Nach Freigabe des Designs werden die Paneele mittels Laser aus Edelstahl-, Aluminium‑ oder Verbundblechen geschnitten. Laserschneiden ermöglicht präzise Konturen, saubere Kanten und optimiert das Material. Die Teile werden anschließend auf CNC‑Abkantpressen gebogen. Dabei werden die K‑Faktor‑berechnungen und Testbiegungen verwendet, um die Länge genau zu bestimmen.
Sobald die Blechschalen gefertigt sind, werden sie verschweißt (bei Metallkonstruktionen) oder mit Nieten, Bolzen oder Klebstoffen montiert. GEMTEC nutzt modernste WIG/MAG‑ und Laser‑Schweißanlagen, um formstabile Verbindungen mit minimaler Wärmeeinflusszone zu erzeugen.
Holz‑, Glas‑ oder Steinverkleidungen werden parallel zugeschnitten und vorbereitet. Dank der hausinternen Koordination werden Lieferketten optimiert, sodass alle Komponenten termingerecht zusammengeführt werden.
Oberflächenveredelung
Je nach Material erfolgen unterschiedliche Veredelungsschritte:
- Polieren und Schleifen – Edelstahl wird gebeizt, geschliffen oder elektrolytisch poliert, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erzielen; bei Messing erfolgt eine Schutzlackierung gegen Anlaufen.
- Pulverbeschichtung und Lackierung – Stahlbauteile werden mit Pulver beschichtet oder nass lackiert, um eine widerstandsfähige, farbige Oberfläche zu erzeugen. Hierbei sind Schichtdicken und Haftgrund wichtig.
- Anodisieren – Aluminiumprofile können anodisiert werden, um eine harte, korrosionsbeständige Oxidschicht zu schaffen.
- Laminatpressung oder Furnieren – HPL‑Paneele werden auf nicht brennbare Trägerplatten kaschiert; Echtholzfurniere werden mit UV‑Lacken versiegelt.
- Glasbearbeitung – Sicherheitsgläser werden zugeschnitten, geschliffen und gegebenenfalls bedruckt oder hinterleuchtet.
Abschließend werden alle Bauteile gereinigt und auf Fehler geprüft. Die Qualitätssicherung umfasst Maßkontrollen, Sichtprüfungen sowie Brandschutz‑ und Oberflächenprüfungen nach den definierten Normen.
Logistik und Montage vor Ort
Vor dem Versand verpackt GEMTEC die kompletten Kabinenverkleidungen transportgerecht. Schwerere Paneele erhalten Paletten oder Holzkisten, während leichtere Module in PE‑Folien, EPE‑Schaum und Pappkartons eingeschlagen werden. Zur Vermeidung von Vibrationen und Kratzern werden Abstandshalter und schaumstoffgefütterte Zwischenlagen eingesetzt. Auf Anfrage können ISPM 15‑konforme Exportkisten gefertigt werden.

Die Montage vor Ort erfolgt zügig, da die Paneele passgenau vorgefertigt wurden. Fachmonteure entfernen die alte Verkleidung, bereiten den Untergrund vor und installieren die neuen Paneele. Durch die Vormontage von Tableaus und Handläufen im Werk verkürzt sich die Installationszeit erheblich. Abschließend erfolgt eine Funktionskontrolle inklusive Notrufsystem, Beleuchtung und Türmechanik.
Typische Fehlerquellen und wie man sie vermeidet
- Überschreitung der Brandlast – Wird das zulässige Gewicht der Klasse‑C‑Materialien pro Quadratmeter überschritten, verliert die Kabine ihre Konformität. Eine sorgfältige Flächen‑ und Gewichtsbilanz verhindert dies.
- Unzureichende Materialprüfung – Nicht alle Holzwerkstoffe oder Verbundlaminate sind schwer entflammbar. Prüfzertifikate (z. B. nach EN 13501‑1) sind vor dem Einbau zwingend einzuholen.
- Falsche Materialkombination – Edelstahlbleche mit Lack oder Kunststofffolien können Delamination und Brandförderung begünstigen. Hier sollte auf temperaturbeständige Klebstoffe und passende Grundierungen geachtet werden.
- Unterschätzte Toleranzen – Unzureichende Berücksichtigung von K‑Faktor und Biegezuschlag führt zu Passungenauigkeiten. Vor der Serienfertigung sollten Testbiegeteile gefertigt werden.
- Fehlende Vorbereitung des Untergrunds – Alte Klebereste, Rost oder Unebenheiten müssen entfernt werden, sonst haftet die neue Verkleidung nicht dauerhaft. Eine Vorbehandlung mit Schleifen, Reinigen und Primern ist ratsam.
- Mangelhafte Koordination – Wenn mehrere Gewerke (Metallbau, Tischlerei, Glaser) nicht abgestimmt arbeiten, können Liefertermine und Passmaße abweichen. Ein integrierter Projektleiter sorgt für reibungslose Abläufe.
Gestaltung und Anwendungen: Wo neue Verkleidungen glänzen
Gewerbliche Gebäude und Hotels
In Büro‑ und Hotelgebäuden prägt die Kabine den ersten Eindruck. Hochwertige Materialien wie Edelstahl in Kombination mit warmen Holztönen oder Glaspanels mit Fotomotiven werden gewählt, um Corporate‑Identity‑Farben aufzunehmen. Besonders beliebt sind hinterleuchtete Glaselemente oder HPL‑Dekore, die die Marke subtil kommunizieren. Auch die Integration von digitalen Informationsdisplays und Spiegeln steigert den Komfort.
Medizin‑ und Laborbereiche
Aufzüge in Kliniken und Laboren erfordern hygienische, leicht zu desinfizierende Oberflächen. Edelstahl‑ oder beschichtete Aluminiumverkleidungen sind Standard, da sie bakterienresistent und chemikalienbeständig sind. Schwere Natursteine werden selten verwendet, da sie schwer zu reinigen sind. Flächenbündige Handläufe und verdeckte Befestigungen erleichtern die Desinfektion.
Lebensmittelindustrie und Reinräume
Hier zählen strenge Hygiene‑ und Reinraumanforderungen. Edelstahl A1/A2 ist aufgrund seiner Korrosionsbeständigkeit und Reinigungsfähigkeit ideal. Kantenlose Übergänge, abgerundete Profile und fugenlose Paneele sind wichtig, um Schmutznester zu vermeiden. Bei Reinräumen müssen zudem antistatische Materialien verwendet werden, um elektrostatische Entladungen zu verhindern.
Bühnen‑ und Messebau
Mobile Aufzüge für Bühnen oder Messen erfordern leichte, schnell montierbare Kabinenverkleidungen. Aluminiumverbundplatten oder HPL‑Paneele sind hier wegen ihres geringen Gewichts gefragt. Gleichzeitig muss das Design flexibel sein, um wechselnde Motive oder Farben schnell austauschen zu können. Brandschutzanforderungen richten sich nach der jeweiligen Veranstaltungshalle und müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
Energietechnik und Industrie
In Kraftwerken, Offshore‑Anlagen oder Industriegebäuden sind Aufzugkabinen oft extremen Bedingungen wie Feuchtigkeit, Staub oder Chemikalien ausgesetzt. Hier empfehlen sich korrosionsbeständige Metalle (Edelstahl, Duplexstahl, Aluminium) oder beschichtete Verbundwerkstoffe. Zusätzlich sollten Elektroinstallationen spritzwassergeschützt ausgeführt und Belüftungssysteme mit Filtern ausgestattet sein.
Kunstobjekte und Architekturprojekte
Kreative Gestalter nutzen Aufzugskabinen als Bühne für Kunstwerke: bedruckte Glaspaneele mit Fotomotiven, hinterleuchtete Metallmuster, dreidimensionale Reliefs oder wechselbare LED‑Screens. GEMTEC arbeitet mit Künstlerinnen und Designern zusammen, um individuelle Konzepte umzusetzen. Dabei müssen die künstlerischen Elemente in Brandschutz‑ und Gewichtsvorgaben eingebettet werden.
Projektplanungscheckliste
- Bestandsaufnahme: Innenmaße, Traglast, Zustand der bestehenden Verkleidung, vorhandene Befestigungen.
- Anforderungsprofil erstellen: Auswahl der Materialien, gewünschte Oberflächen, Brandschutzklassen, Farbtöne, Ausstattung (Handläufe, Spiegel, Displays).
- Gewichts‑ und Flächenbilanz: Berechnen Sie das Gewicht der Materialien pro Quadratmeter und prüfen Sie, ob die 2,5 kg/m²‑Grenze für Klasse C eingehalten wird.
- Normen und Genehmigungen: Abstimmung mit Brandschutzsachverständigen, Bauaufsicht und Prüforganisationen zur Einhaltung von EN 13501‑1, DIN EN 81‑20/50, OIB Richtlinie 2, DIN EN 13501‑1 (A2 Klassen) und lokalen Bauordnungen.
- 3D‑Design und Visualisierung: Entwurf der Verkleidungen mit 3D‑CAD; Simulation von Beleuchtung, Spiegelwirkungen und Materialmustern; Anpassung nach Kundenfeedback.
- Prototyping und Bemusterung: Fertigung von Musterpaneelen und Durchführung von Biege‑ und Gewichtstests; Auswahl der Oberflächenbeschaffenheit.
- Fertigung und Vorinstallation: Laserschneiden, Biegen, Schweißen oder Kleben der Paneele; Montage der Tableaus, Beleuchtungsrahmen, Handläufe; Qualitätsprüfung; Verpackung.
- Logistik und Montage: Planung des Transports, Verpackung nach Gewicht und Empfindlichkeit; Demontage der alten Verkleidung und schnelle Installation der neuen Paneele; elektrische Anschlussarbeiten; abschließende Funktionsprüfung.
- Dokumentation und Abnahme: Übergabe der Prüfprotokolle, Zertifikate (z. B. Brandschutzklasse, Materialnachweise) und Pflegehinweise an den Betreiber; vereinbaren Sie Wartungsintervalle für Paneele und Beleuchtung.

Das Erneuern der Aufzugverkleidung ist ein anspruchsvolles Projekt, bei dem Ästhetik, Sicherheit und Funktionalität harmonisch verbunden werden müssen. Die europäische Brandschutzklassifikation EN 13501‑1 und die Normen DIN EN 81‑20/50 setzen den Rahmen: Tragende und aussteifende Teile sind aus nicht brennbaren Materialien der Klasse A2 zu fertigen; dekorative Beläge dürfen nur begrenzt brennbare Werkstoffe enthalten und müssen Gewichtsgrenzen einhalten.
Bei der Materialwahl steht eine breite Palette zur Verfügung: Edelstahl, Glas, Stein, Holz, Laminate, Naturleder oder exotische Metalle wie Messing und Titan. Jede Variante hat spezifische Vor‑ und Nachteile hinsichtlich Optik, Gewicht, Brandschutz, Akustik und Pflege. Hochdrucklaminate sind vielseitig und langlebig, Stein verleiht Luxus, Metalle stehen für Robustheit und Hygiene. Ein durchdachter Materialmix erfüllt die Sicherheitsanforderungen und schafft ein einzigartiges Design.
Die präzise Fertigung mit modernen Technologien wie Laserschneiden, CNC‑Abkanten, Schweißen und Oberflächenveredelung garantiert Passgenauigkeit und Qualität. Physikalische Grundlagen wie der K‑Faktor und die Neutralachse erleichtern das korrekte Biegen und Montieren der Bleche. Eine sorgfältige Projektplanung, die Gewichte, Normen, Lieferanten und Montageprozesse berücksichtigt, verhindert Fehler.
Dank ihrer langjährigen Erfahrung im Aufzugsbau begleitet GEMTEC Kunden von der ersten Idee bis zur betriebsbereiten Kabine. Das Unternehmen bietet einen Rundum‑Service: von der 3D‑Konstruktion über die Materialauswahl und Fertigung bis zur Montage vor Ort – alles mit einem zentralen Ansprechpartner und kurzen Kommunikationswegen. Dadurch werden Projekte effizient umgesetzt, Termine eingehalten und höchste Qualität gewährleistet.
Weitere spannende Bereiche
- Laserschneiden – präzise Zuschnitte für Bleche und Verkleidungselemente, hohe Kantenqualität und flexible Formen.
- Schweißen – WIG, MAG und Laser für formstabile Verbindungen und unterschiedliche Materialkombinationen.
- Oberflächenveredelung – von Pulverbeschichtung über Schleifen und Polieren bis hin zu Anodisieren und Beschichten.




