CNC Laser Metall – Schneiden und Biegen in der Serienfertigung

Veröffentlicht am
February 6, 2026
CNC Laser Metall
Inhalt

Präzises Laserschneiden kombiniert mit CNC‑Biegen optimiert die Serienfertigung von Blechteilen. Die Synergie aus CNC‑Laser Metall und modernem Biegen reduziert Durchlaufzeiten, erhöht Maßhaltigkeit und ermöglicht automatisierte Prozessketten. Entscheider erfahren in diesem Artikel praxisnahe Richtlinien, Toleranzen und Planungs­hinweise für effiziente Serienproduktion.

In der Serienfertigung von Blechteilen spielt der CNC Laser Metall eine zentrale Rolle. Der technische Einkäufer, Konstrukteur oder Projektleiter steht vor der Aufgabe, präzise Schnitte mit hoher Wiederholgenauigkeit und passgenauen Biegewinkeln zu kombinieren. Dabei entscheiden sowohl das gewählte Laserschneidverfahren als auch die Biegetechnik über Wirtschaftlichkeit, Fertigungsqualität und Durchlaufzeit. Laserschneiden erzeugt saubere Schnittkanten mit geringen Wärmeeinflusszonen, und CNC‑Biegen formt das Schnittteil in die gewünschte Geometrie. Serienfertigung bedeutet hierbei nicht nur hohe Stückzahlen, sondern auch Konstanz über viele Chargen hinweg. Dieses Dokument liefert praxisnahe Grundlagen zu Lasertoleranzen, Biegeradien, Anlagenwahl und Automatisierung sowie eine Checkliste für die Anfrage – damit Sie fundierte Entscheidungen treffen können.

Grundlagen des CNC‑Laserschneidens

Prinzip und Technologien

Das Laserschneiden nutzt einen hochfokussierten Lichtstrahl, der durch CNC‑Steuerung entlang definierter Konturen geführt wird. Je nach Laserquelle – CO₂‑Laser oder Faserlaser – variieren Strahlqualität und Effizienz. Faserlaser sind heute Standard, da sie wartungsarm und energieeffizient sind. CNC‑Systeme koordinieren Achsbewegungen, Leistungssteuerung und Gaszufuhr, sodass komplexe Konturen auch bei hohen Stückzahlen reproduzierbar geschnitten werden.

Toleranzen und Prozessparameter

Die Schnittqualität ist nicht nur von der Maschine abhängig, sondern von Parametern wie Materialstärke, Güte und Schnittgeschwindigkeit. Serielle Fertigung erfordert reproduzierbare Toleranzen. Typische Richtwerte aus der Präzisionsfertigung geben eine Orientierung: Für Dünnbleche bis 1 mm wird eine Schnitttoleranz von etwa ±0,05 mm erreicht; bei 1–3 mm Dicke sind ±0,1 mm üblich; 3–6 mm erreichen ±0,15 mm; bei Stärken über 6 mm steigt die Toleranz auf ±0,2 mm oder mehr. Eine weitere Quelle nennt bis 0,5 mm Dicke ±0,05 mm, 0,5–2 mm ±0,1 mm, 2–5 mm ±0,15 mm, 5–10 mm ±0,2 mm und über 10 mm ±0,3 mm. Es ist wichtig, diese Werte als Richtwerte zu verstehen; die tatsächliche Abweichung hängt von Laserleistung, Fokuslage, Materialgüte und Wärmeeinfluss ab. Einflussfaktoren wie Kerfbreite, Schneidgeschwindigkeit und Gasdruck spielen ebenfalls eine Rolle. Designer sollten genügend Toleranzfenster vorsehen, um Bauteile später passgenau zu biegen.

Material- und Dickenbereiche

Mit CNC‑Lasern lassen sich verschiedene Werkstoffe – von unlegiertem Stahl über Edelstahl bis Aluminium – verarbeiten. Faserlaser sind besonders effizient bei dünnen und mittleren Blechdicken, während CO₂‑Laser bei dicken Nichtmetallen ihre Stärken haben. Typische Schnittbereiche liegen bei Stahl bis etwa 20–25 mm, Edelstahl bis 20 mm und Aluminium bis 15 mm, abhängig von der Laserleistung. Für Serienfertigung wird oft der Nesting‑Algorithmus genutzt, der die Bauteile platzsparend verschachtelt, Materialausschuss reduziert und somit Kosten senkt – moderne Fertigungszellen können den Verschnitt um bis zu 20–30 % minimieren. Die Materialdicke beeinflusst auch die Wahl des Schneidgases (z. B. Stickstoff für Edelstahl, Sauerstoff für Baustahl) und die Schnittgeschwindigkeit.

Design‑Hinweise für den Laserschnitt

Konstruktive Entscheidungen wirken sich auf die Schneidbarkeit aus:

  • Mindeststegbreite: Schneidkerbbreiten liegen typischerweise zwischen 0,1 mm und 0,4 mm. Stege und Stege zwischen Ausschnitten sollten daher mindestens 1 mm breit sein, um Verzug zu vermeiden.
  • Minimale Lochgrößen: Der Lochdurchmesser sollte mindestens der Blechdicke entsprechen, besser 1,5×. Kleinere Löcher neigen zu Überhitzung und können ausbrennen.
  • Kantenqualität: Um Gratbildung zu minimieren, sollte die Schnittgeschwindigkeit an Material und Geometrie angepasst werden. Bei filigranen Konturen ist eine geringere Geschwindigkeit sinnvoll.
  • Grain Orientation: Ähnlich wie beim Biegen beeinflusst die Walzrichtung die Rissneigung; Ausrichtung der Konturen sollte berücksichtigt werden.
CNC Laser Metall

CNC‑Biegen und Abkanten: Prinzipien und Regeln

Funktionsweise und Verfahren

Beim CNC‑Biegen wird das Laserschnittteil auf einer Pressbremse zwischen Stempel (Oberwerkzeug) und Matrize (Unterwerkzeug) verformt. Das Abkanten erfolgt durch kontrollierten Druck, meist im Air Bending, Bottoming oder Coining. Moderne CNC‑Pressen nutzen programmierbare Hinteranschläge und Achsen, um Serienbauteile hochpräzise zu positionieren. Hydraulische Pressen sind robust und für schwere Arbeiten geeignet; servoelektrische Pressen bieten jedoch durch Servomotoren eine höhere Energieeffizienz und Präzision. Laut einem Branchenbericht senken servoelektrische Pressen den Energieverbrauch gegenüber hydraulischen Systemen um 30–50 % bei gleichzeitig hoher Genauigkeit. Die eP‑Serie von Prima Power ermöglicht durch das Servo‑Antriebssystem Produktivitätssteigerungen – Zykluszeiten können um bis zu 30 % reduziert werden.

Biegetoleranzen und Qualitätskriterien

Die erreichbaren Biegetoleranzen hängen von Material, Werkzeug und Maschinengenauigkeit ab. In der Praxis gelten für CNC‑Pressen Winkelabweichungen von ±0,5° und lineare Abweichungen von ±0,1–0,2 mm als realistisch. Standardtoleranzen für Blechbiegung können laut einem Fertigungsleitfaden ±0,45 mm (linear), ±1° (Winkel) und ±0,12 mm für Lochdurchmesser betragen; höhere Präzision erfordert ±0,20 mm, ±0,5° und ±0,08 mm. Bei langen Bauteilen addiert sich der Fehler („Toleranzstapel“), weshalb die Konstruktion kritische Abmessungen möglichst in eine Ebene legen sollte. Moderne Maschinen nutzen Crowning‑Systeme, um Durchbiegung über die gesamte Breite zu kompensieren und konstante Winkel zu erreichen.

Materialeigenschaften, Biegeradius und Federung

Nicht jedes Material lässt sich gleich gut biegen. Weicheres Aluminium oder milder Stahl neigt weniger zur Federung, während Edelstahl aufgrund seiner höheren Festigkeit eine größere Rückfederung zeigt. Bei der Auslegung des Biegeradius gilt die Faustregel: Innenradius ≥ Blechdicke. Eine Designrichtlinie empfiehlt, den Innenradius mindestens 1× Blechdicke zu wählen, um Rissbildung zu vermeiden. Der Biegeradius sollte über alle Biegeoperationen hinweg einheitlich sein, um Werkzeugwechsel zu minimieren und die Serienproduktion zu beschleunigen. Für verschiedene Materialstärken gibt es Richtwerte; eine Tabelle nennt für 1–6 mm Stahl eine Empfehlung von 0,8× Dicke, für Aluminium 1× Dicke und für Edelstahl 2× Dicke. Ebenfalls relevant ist die Mindesteilung zwischen Loch und Biegekante: Löcher sollten mindestens 2,5× Blechdicke von der Biegekante entfernt sein; Schlitze benötigen mit 4× Blechdicke mehr Abstand, um Verzug zu vermeiden.

Tonnage und Maschinenauswahl

Die für das Biegen benötigte Pressenkraft hängt von Materialdicke, Länge und Matrizenöffnung ab. Ein Leitfaden schlägt vor, pro 1 mm Blechdicke und pro Meter Biegelänge etwa 10 Tonnen Kraft für Baustahl zu kalkulieren; 2 mm erfordern etwa 20 t/m, 4 mm etwa 40 t/m und 6 mm rund 60 t/m. Bei dickerem Material steigen die Werte entsprechend. Pressen mit tieferen Hubs und höherem Stempelweg ermöglichen das Formen komplexer Geometrien, während servoelektrische Pressen mit Biegelängen von 2 000–4 000 mm Energie sparen und Zykluszeiten verkürzen. In der Serienfertigung ist die Wahl eines CNC‑gesteuerten Systems entscheidend: diese Maschinen reduzieren Rüstzeiten, bieten programmierbare Achsen und ermöglichen die Wiederholbarkeit über viele Chargen hinweg. Für dickere Bleche und große Baugruppen kommen hochtonnige Pressen zum Einsatz; diese reduzieren Mehrfachdurchgänge und damit die Zykluszeit.

Rundbiegen und Rollen: Serienfertigung komplexer Geometrien

Manche Bauteile benötigen großflächige Radien oder zylindrische Formen, die mit klassischen Pressen schwer zu realisieren sind. Hier kommt das Rundbiegen (Rollbiegen) zum Einsatz. In einer typischen 3‑Walzen‑Rundbiegemaschine liegt das Blech zwischen zwei unteren Walzen, während die obere Walze das Material nach unten drückt. Durch sukzessives Herabsenken der Walze und das Abrollen entsteht eine Krümmung. Die Prozessschritte umfassen Vorbiegen, Einführen des Blechs, mehrmaliges Walzen sowie das Schweißen der Naht und gegebenenfalls das Rundrichten. Wichtig ist, dass die Enden vorgebogen werden, da bei Walzen immer eine gerade Restkante entsteht. Durch wiederholtes Rollen mit kleinen Zustellungen lässt sich das Material schonend formen, wodurch kalte Verfestigung und Risse vermieden werden. Rundbiegen eignet sich für Zylinder, Konen oder große Radien und wird häufig in Silos, Rohren oder architektonischen Komponenten eingesetzt. Für Serienfertigung lässt sich die Maschine mit automatischen Zuführungen kombinieren, sodass Rohrabschnitte ohne manuelles Eingreifen geformt und anschließend geschweißt werden können.

Integration von Laserschneiden und Biegen in der Serienfertigung

Vorteile integrierter Prozessketten

Die Kombination aus CNC‑Laserschneiden und Biegeprozessen in einer integrierten Fertigungslinie bietet erhebliche Effizienzvorteile. Eine Fertigungseinheit, die das Schneiden, Biegen und optional Schweißen sowie Montage vereint, eliminiert Zwischentransporte und reduziert Lagerzeiten. Ein Industriebericht beschreibt, dass durch Automatisierung und Robotertechnik mehrere Prozessschritte in einer Zelle zusammengeführt werden können, wodurch Durchlaufzeiten gesenkt werden. Solche Zellen sind beispielsweise mit Robotern ausgestattet, die Bleche aus dem Laser entnehmen, zur Pressbremse bringen, drehen und nachbearbeiten. Die digital vernetzten Systeme überwachen in Echtzeit Zustand und Positionen; IoT‑Sensoren liefern Daten über Qualität, Temperatur und Verschleiß.

Kommunikation zwischen Laser und Biegeprozess

Fortschrittliche Systeme gleichen Längenänderungen durch Biegen bereits beim Schneiden aus. Ein Hersteller beschreibt eine All‑in‑One‑Anlage, bei der die Software die beim Rohrbiegen entstehende Längung ermittelt und die Laser‑Schnittgeometrien entsprechend korrigiert. Dadurch passen Laserschnitte und Biegepositionen exakt zusammen; Zwischenlagerungen und manuelle Nacharbeiten entfallen. Diese Methode verhindert, dass sich Rohrlängen oder Lochpositionen nach dem Biegen verschieben. Besonders bei Serienproduktion mit vielen gleichartigen Teilen vermeidet der automatische Abgleich Fehler und reduziert Ausschuss.

Skalierung und flexible Losgrößen

Hochmoderne Fertigungsunternehmen betonen die Skalierbarkeit von Laserschneiden und Biegen. So weist ein OEM‑Dienstleister darauf hin, dass sein Arbeitsablauf vom Prototyp bis zur Großserie nahtlos skaliert und dabei Offline‑Programmierung und Erstteilfreigaben nutzt, um Serienteile nach Erstteilprüfungen kontinuierlich in hoher Qualität zu fertigen. Durch die Kombination von Lasern, Biegen, Stanzen und Montage werden Bauteile auf einer einzigen Produktionslinie produziert, wodurch Transportwege reduziert und die Lieferzeit verkürzt wird. Eine weitere Quelle beschreibt, dass automatisierte Zellen mit Roboterhandling und digitaler Vernetzung als Trend in der Blechverarbeitung gelten und insbesondere bei mittleren bis großen Losgrößen wirtschaftlich sind. Diese hybriden Systeme können Laser‑ und Stanzprozesse kombinieren, was den Materialausschuss und den Durchlauf reduziert.

Automatisierte Pressen und Fertigungszellen

Die Automatisierung von Pressen beschleunigt die Serienfertigung. Moderne automatisierte Pressbremsen nutzen Roboter zum Be- und Entladen, Sensorsysteme zur Echtzeitkontrolle und flexible Backgauge‑Systeme. Ein Branchenbericht hebt hervor, dass solche Maschinen durch reduzierte Rüstzeiten und schnellere Produktionsgeschwindigkeiten helfen, enge Fristen einzuhalten. Automatisierte Maschinen verfügen über programmierbare Abläufe, speichern mehrere Programme und ermöglichen den schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Biegejobs – ideal für wechselnde Losgrößen. Ein weiterer Beitrag listet Vorteile wie niedrigere Arbeitskosten, verbesserte Produktqualität, Skalierbarkeit und Sicherheit. Zudem kann automatisierte Biegeausrüstung den Materialeinsatz optimieren und Verschnitt verringern.

Integration von Hochtonnagenpressen und Lasern

Für dickere Bleche und große Bauteile empfiehlt sich der Einsatz von hochtonnigen Pressen. Ein Hersteller berichtet, dass höhere Tonnage und tiefere Stempelräume Mehrfachdurchgänge reduzieren, was die Zykluszeit verringert und die kumulative Fehlerquote bei dicken Blechen senkt. Kunden verzeichnen beim Umstieg auf hochtonnige Pressen Zykluszeitreduzierungen von bis zu 30 % in der Serienfertigung. Durch die Integration von Laser und Pressbremse entstehen längere, durchgängige Fertigungslinien, die präzise Bauteile mit verkürzten Lead Times produzieren. Dabei hilft Offline‑Programmierung und ERP‑Anbindung, den Prozess zu planen und zu überwachen, wodurch Kostenkalkulation und Angebotserstellung präziser werden.

Checkliste für die Anfrage und Konstruktion

Eine sorgfältige Anfrage erleichtert eine reibungslose Serienfertigung. Folgende Angaben sollten Sie berücksichtigen:

  1. Zeichnung und CAD‑Daten: Bereitstellen von 3D‑Modellen und 2D‑Zeichnungen inkl. Maßangaben, Toleranzen und Materialangaben. Fügen Sie das Materialzertifikat hinzu, sofern erforderlich.
  2. Materialart und Dicke: Spezifizieren Sie Stahlgüte, Legierung (z. B. S235, 1.4301) und Blechdicke. Bedenken Sie, dass der Biegeradius mindestens der Materialdicke entsprechen sollte.
  3. Losgröße: Angeben der Stückzahl pro Charge und der geplanten Wiederholungen (Serienintervall). Hohe Loszahlen rechtfertigen automatisierte Lösungen; kleine Serien profitieren von flexiblen Pressen.
  4. Toleranzanforderungen: Definieren Sie lineare, winkel- und Positions-Toleranzen unter Berücksichtigung der realistischen Fertigungsgrenzen (z. B. ±0,1 mm, ±0,5°).
  5. Biegeradien und Biegewinkel: Hinterlegen Sie gewünschte Innenradien und Winkel. Beachten Sie Mindestabstände zu Löchern (2,5× Dicke) und Schlitzen (4× Dicke).
  6. Oberflächenanforderungen: Geben Sie an, ob entgratet, verrundet oder oberflächenbeschichtet (z. B. Pulverbeschichtung) werden soll. Für Pulverbeschichtung sind Angaben zu Farbe, Schichtdicke und Korrosionsschutzklasse wichtig.
  7. Schweiß- oder Montagehinweise: Falls Baugruppen verschweißt oder montiert werden, müssen Schweißnähte, Positionen und Normen definiert sein. Für MAG, MIG oder TIG sollte die Wahl des Schutzgases und die Materialdicke abgestimmt sein – MAG eignet sich beispielsweise für unbehandelte Stähle, MIG für dickere Werkstücke und TIG für dünne Materialien.
  8. Liefertermin und Logistik: Erwähnen Sie gewünschte Lieferfristen, Verpackungsart und Lieferadresse. Serienfertigung profitiert von Rahmenaufträgen und Abrufaufträgen.
  9. Zertifizierungen und Nachweise: Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen sollten ISO‑Zertifizierungen des Herstellers, Werkstoffprüfzeugnisse und Schweißzertifikate (z. B. DIN EN 1090) verlangt werden.
Konstruktion Modell CNC Laser Metall

Typische Fehlerbilder und Risiken

Obwohl moderne Laserschneid- und Biegetechnologien hohe Präzision bieten, treten häufige Fehler auf:

  • Unrealistische Toleranzvorgaben: Werden Toleranzen zu eng gesetzt, steigen Ausschuss und Kosten. Bedenken Sie die realistischen Richtwerte von ±0,05–0,20 mm beim Schneiden und ±0,1–0,2 mm beim Biegen.
  • Zu kleine Biegeradien: Innere Radien unterhalb der Materialdicke führen zu Rissbildung und Werkzeugverschleiß. Größere Radien erhöhen die Lebensdauer der Werkzeuge und verbessern die Bauteilqualität.
  • Geringer Abstand von Löchern oder Schlitzen zur Biegekante: Löcher näher als 2,5× Blechdicke können sich beim Biegen oval verformen oder einreißen.
  • Ignorieren der Walzrichtung: Biegen parallel zur Walzrichtung erhöht die Rissgefahr. Besser ist eine Ausrichtung quer zur Walzrichtung.
  • Fehlende Kompensation der Federung: Die Rückfederung des Materials wird oft unterschätzt; überbiegung oder entsprechende Werkzeuge sind notwendig.
  • Fehlender Datenaustausch zwischen Laser und Presse: Werden Längenzunahme durch Biegen und Ausschnittpositionen nicht abgestimmt, können Passungen bei der Montage nicht erreicht werden. Integrierte Software gleicht Längenänderungen aus.
  • Unzureichende Prozesssicherheit bei hohen Loszahlen: Ohne automatisierte Handlingsysteme steigt das Risiko von Beschädigungen durch manuelles Manipulieren; Roboter und Fördertechnik reduzieren dieses Risiko.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Vorteile bietet der CNC‑Laser gegenüber konventionellen Schneidverfahren?

CNC‑Laser ermöglicht sehr schmale Schnittfugen, hohe Wiederholgenauigkeit und geringe Wärmeeinflusszonen. Dadurch lassen sich komplexe Konturen ohne Werkzeugwechsel fertigen. Im Vergleich zu mechanischen Verfahren entfallen Werkzeugeinrichtzeiten und Werkzeugverschleiß.

Welche Toleranzen sind beim Laserschneiden in der Serienfertigung erreichbar?

Die erreichbaren Schnitttoleranzen hängen von Material, Dicke und Maschine ab. Richtwerte liegen zwischen ±0,05 mm für dünne Bleche und ±0,2 mm für dickere Teile. Bei Materialien über 10 mm können ±0,3 mm erforderlich sein.

Wie wähle ich den richtigen Biegeradius?

Der Innenradius sollte mindestens der Materialdicke entsprechen. Bei Edelstahl sind oft doppelte Dicken sinnvoll. Einheitliche Radien reduzieren Werkzeugwechsel und erleichtern die Serienfertigung.

Warum ist die Walzrichtung beim Biegen wichtig?

Die Materialstruktur besitzt eine Walzrichtung. Biegen parallel zur Walzrichtung erhöht die Wahrscheinlichkeit von Rissen, insbesondere bei harten Werkstoffen. Biegen quer zur Walzrichtung verringert dieses Risiko.

Welche Pressenkraft benötige ich für meine Bauteile?

Eine grobe Faustformel lautet: 10 t pro mm Blechdicke und Meter Biegelänge bei Baustahl. Beachten Sie, dass Materialfestigkeit und Matrizenöffnung die tatsächliche Kraft beeinflussen. Für Edelstahl oder größere Matrizenöffnungen kann die erforderliche Kraft höher sein.

Wann lohnt sich die Investition in eine servoelektrische Presse?

Servoelektrische Pressen reduzieren den Energieverbrauch um 30–50 % und verkürzen die Zykluszeit um bis zu 30 %. Bei Serienfertigung mit hohen Stückzahlen zahlt sich die geringere Betriebskosten durch den geringeren Energiebedarf und die höhere Produktivität aus.

Wie können Laserschneiden und Biegen miteinander kommunizieren?

Integrierte Systeme erfassen die Längenänderung durch Biegen und korrigieren die Laser‑Schnittpositionen bereits vor dem Schneiden. Dadurch stimmen Lochpositionen und Bauteillängen nach dem Biegen exakt, ohne nachträgliches Anpassen.

Was sind typische Fehler beim Biegen von Blechen?

Zu den häufigsten Fehlern gehören zu kleine Biegeradien, unzureichende Abstände zu Löchern, falsche Werkstoffauswahl und das Unterschätzen der Rückfederung. Die Beachtung der Konstruktionsregeln minimiert Ausschuss.

Welche Rolle spielt die Automatisierung in der Serienfertigung?

Automatisierte Anlagen verringern Rüstzeiten, steigern Produktionsgeschwindigkeit und entlasten das Personal. Roboter können Bauteile handhaben, drehen und stapeln; vernetzte Systeme überwachen Qualität und melden Abweichungen.

Lässt sich Rundbiegen mit Laserschneiden kombinieren?

Ja. Die Kombination aus Laserzuschnitt und Rundbiegen ermöglicht zylindrische Komponenten wie Silos oder Behälter. Software kann die Längenänderung berücksichtigen, und automatisierte Rundbiegemaschinen führen das Blech ein, rollen es und geben es für nachfolgende Prozesse frei.

Rundbiegen CNC Laser Metall

Die Kombination aus CNC‑Laser Metall und CNC‑Biegen bildet das Rückgrat moderner Serienfertigung. Laserschneiden liefert präzise Konturen mit minimalen Wärmeeinflusszonen, während CNC‑Biegen die Teile formt und durch variable Werkzeuge und servoelektrische Antriebe flexibel bleibt. Die in diesem Artikel vorgestellten Toleranzen, Biegeradien und Energiedaten zeigen, dass realistische Planung und Materialkenntnis für eine wirtschaftliche Serie entscheidend sind. Integrierte Fertigungszellen reduzieren Transportwege und Rüstzeiten, wodurch sich Zykluszeiten um bis zu 30 % verkürzen können. Gleichzeitig sorgen intelligente Systeme für den Austausch von Biegedaten und Laserprogrammen, sodass Längenänderungen automatisch ausgeglichen werden. Wenn Sie als technischer Entscheider präzise Serienbauteile aus Blech benötigen, sollten Sie eine ganzheitliche Prozesskette aus Schneiden, Biegen und optionaler Beschichtung wählen – angepasst an Ihre Losgröße, Materialanforderungen und Qualitätsstandards. Eine transparente Anfrage, wie in der Checkliste beschrieben, legt die Grundlage für verlässliche Angebote und minimiert spätere Anpassungen.

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